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Schlagwort: Veränderung

Bild von JRE zur Kolumne Aus dem Leben eines Beraters zum Beitrag Standortanalyse und Change Story

Liefertreue retten in der Krise: Von 40 auf über 80 Prozent in 9 Monaten.

Nach einem ERP-Systemwechsel fiel die Liefertreue bei einem Automobilzulieferer auf unter 40 Prozent. Ein Zustand, der in dieser Branche schnell existenzbedrohend werden kann. Täglich änderten sich die Prioritäten. Kunden riefen an, kennzeichneten ihre Lieferungen als dringend und erwarteten am nächsten Tag Ergebnisse. Die Lage war angespannt, die Übersicht verloren. Also wurde ein tägliches Steuerungsmeeting eingeführt, ergänzt um eine wöchentliche Planung. Ziel war es, Struktur zurückzugewinnen, Prioritäten gemeinsam abzustimmen und Entscheidungen schneller zu treffen. Ich begleitete diesen Prozess, half bei der Datenaufbereitung und moderierte die ersten Meetings. Dabei fiel mir etwas auf: Niemand schrieb mit.

Ein kleiner Impuls mit großer Wirkung für die Liefertreue

Ich sprach den Chef darauf an. Seine Reaktion: sofortiges Handeln. Bereits im nächsten Meeting standen Schreibbretter und Unterlagen bereit. Was vorher in der Hektik unterging, wurde durch eine einfache Frage sichtbar und sofort geändert. Es braucht oft nicht viel: manchmal reicht ein neutraler Blick von außen, um festgefahrene Muster aufzubrechen.

Raum als Organisationsressource

Im weiteren Verlauf zeigte sich ein weiteres Muster: Die Wege zwischen Vertriebsinnendienst, Produktionsplanung, Arbeitsvorbereitung und Produktionsleitung waren weit. Die räumliche Distanz spiegelte sich in der Prozessqualität wider. Entscheidungen brauchten zu lange, Rückfragen verliefen ins Leere, Schnittstellen waren träge. Dabei stand direkt neben der Produktion ein großer Raum mit Fenster – ungenutzt. Ich stellte eine einzige Frage: „Warum sitzt hier niemand, der zur Produktion gehört?“ Kurz darauf wurde der Raum umgewidmet. Die neue Nähe brachte kürzere Wege, bessere Abstimmung und spürbare Entlastung im Alltag.

Sichtbarkeit schafft Veränderung

Beide Beispiele zeigen, wie viel Wirkung von kleinen Interventionen ausgehen kann:

  • Meetings wurden fokussierter und besser dokumentiert
  • Wege wurden kürzer, Kommunikation direkter
  • Entscheidungen wurden schneller getroffen

Zwei Beispiele aus vielen weiteren kleinen und größeren Änderungen. Die Folge: Innerhalb weniger Wochen verbesserte sich die operative Steuerung. Und nach etwa neun Monaten lag die Liefertreue wieder stabil bei über 80 Prozent.

Theoretischer Hintergrund: Fragen statt Vorgaben

Organisationen funktionieren oft nach dem Prinzip der Selbstorganisation. Doch sie benötigen Impulse von außen, um sich aus gewohnten Mustern zu lösen. Es braucht die Analyse der aktuellen Situation und Organisation aus den verschiedenen Perspektiven sowie tiefergehende Fragen, um Impulse zu geben und Interventionen zusetzen, um direkte Veränderungen im operativen zu erzeugen:

  • Was fällt im Alltag nicht mehr auf?
  • Welche Routinen sind hinderlich geworden?
  • Welche Ressourcen sind eigentlich schon da, aber ungenutzt?

Die Identifikation der konkret notwendigen Handlungsfelder ist manchmal nur eine Frage von der Lösung entfernt. Gerade in scheinbar banalen Details liegen oft große Hebel für Veränderung.

Ihre Jennifer Reckow
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Über diese Kolumne
In unserer Reihe „Aus dem Leben eines Beraters“ geben unsere Beratenden persönliche Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Sie schildern konkrete Situationen, Herausforderungen und Erfahrungen aus Projekten und zeigen, wie sie diese im Sinne unserer Kunden gemeistert haben.

👉 Zum Beraterprofil von Jennifer Reckow

KI-Effizienz sichtbar machen: Lassen Sie uns doch einfach messen.

Was eine kurze Frage auslösen kann – und wie ein Perspektivwechsel echte Effizienz mit KI sichtbar macht.

Wenn KI im Raum steht, landen viele Gespräche schnell bei Tools, Hype oder Skepsis. In einem Kundentermin hat nicht „noch-ein-Vortrag“ überzeugt, sondern eine kurze Frage – und ein einfacher Messansatz. Das Ergebnis: weg von „KI = Texte“, hin zu einem konkreten Effizienzhebel im Tagesgeschäft.

Ich war im Gespräch mit einem Kunden, dessen Unternehmensleitung für das kommende Jahr ein klares Ziel formuliert hatte: Effizienzsteigerung durch KI. Klingt greifbar – ist es im Alltag aber oft nicht. Denn sobald wir über KI sprechen, tauchen schnell Sätze auf wie:

„KI kann doch vor allem Texte schreiben.“

„Unpersönliche Mails sparen uns keine Zeit.“

Ich merkte: Mein Gegenüber war nicht „dagegen“. Eher vorsichtig – und geprägt von einem Mindset, dass ich häufig sehe: KI als „die nächste IT-Lösung“, die eingeführt, betrieben und administriert werden muss. Parallel gab es bereits interne Programme, die KI in die Organisation bringen sollten. Der Schwerpunkt lag jedoch eher auf dem Umgang mit dem ausgewählten Tool – weniger auf den Möglichkeiten und schon gar nicht auf der Lust, Dinge niedrigschwellig auszuprobieren. Und genau dafür fehlten auch Zeit und Raum: Das operative Geschäft war drängender. Also habe ich bewusst darauf verzichtet, noch mehr Wissen zu vermitteln. Nicht weil es unwichtig wäre – sondern weil es in diesem Moment nicht der Engpass war.

Manchmal ist nicht Wissen der Engpass, sondern Zeit und Raum für kurze Interventionen.

Intervention

Stattdessen machte ich einen einfachen Vorschlag: „Lassen Sie uns doch einfach in einem Ihrer relevanten Prozesse messen, welches Effizienzpotenzial durch KI möglich wäre.“ Man zögerte, dachte nach – und ich legte nach: „Nicht theoretisch. Nehmen wir einen Prozess, der heute wirklich Zeit frisst. Wir messen den Ist‑Aufwand, identifizieren 1–2 KI‑Hebel und schätzen das Potenzial. Dann entscheiden Sie auf Basis von Zahlen.“

In dem Moment verschob sich das Gespräch spürbar: weg von Grundsatzdebatten, hin zu echter Arbeit. Wir sprachen über wiederkehrende Tätigkeiten, Abstimmungsschleifen, Informationssuche, Dokumentation, Übergaben – also über genau die Stellen, an denen Effizienz im Alltag gewonnen oder verloren wird.

Der Messansatz brachte drei Faktoren ins Spiel, die die Skepsis zuverlässig reduzieren:

  1. Greifbarkeit: KI wurde nicht mehr als abstrakte Technologie diskutiert, sondern als Unterstützung in einem konkreten Prozess.
  2. Entscheidungsfähigkeit: Statt „Glaubensfragen“ gab es eine sachliche Grundlage – Aufwand, Nutzen, Grenzen.
  3. Einstieg ohne Overhead: Kein Großprojekt, sondern ein kleiner, kontrollierter Schritt mit klarem Fokus.

Und oft ist genau das der Kipppunkt: Wenn Menschen den Nutzen im eigenen Kontext sehen, entsteht Bereitschaft. Nicht durch Überzeugung, sondern durch Erfahrung.

Die Intervention folgt einem Prinzip, das in der Veränderungsarbeit immer wieder funktioniert: Evidence beats opinions. Menschen ändern ihre Haltung selten durch mehr Informationen – sondern durch erlebte Wirksamkeit. Kleine Experimente („safe-to-try“), klare Messgrößen und ein realer Anwendungsfall schaffen psychologische Sicherheit und reduzieren Komplexität. So wird aus „KI als Tool“ ein Hebel im Wertstrom. Mein Learning: Manchmal braucht es keinen Vortrag. Und manchmal reicht auch eine praktische Frage und eine kleine Aufforderung: „Lassen Sie es uns doch einfach messen.“

 Ihr Florian Weiß
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Über diese Kolumne
In unserer Reihe „Aus dem Leben eines Beraters“ geben unsere Beratenden persönliche Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Sie schildern konkrete Situationen, Herausforderungen und Erfahrungen aus Projekten und zeigen, wie sie diese im Sinne unserer Kunden gemeistert haben.

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Bild von JRE zur Kolumne Aus dem Leben eines Beraters zum Beitrag Standortanalyse und Change Story

„Aber Frau Reckow, ich liebe Papier…“

Manchmal reicht eine einfache Frage, um einen Prozess dauerhaft zu verändern.
Ich sitze in einem virtuellen Meeting zur Prozesserarbeitung im Teilprozess Auftragssteuerung. Der Leiter Technik erklärt ruhig und strukturiert, wie der Ablauf aktuell funktioniert.
Am Ende der Inbetriebnahme dokumentiert er den Abschluss schriftlich und gibt den Zettel an die Rechnungsstelle weiter. Wo genau er das dokumentiert? In seiner Akte. Das zeigt er uns direkt in die Kamera: ordentlich, vollständig, handschriftlich geführt.

Eine einfache Frage mit Wirkung

Ich lege den Kopf schief und frage:

„Und woher weiß nun der Vertriebsinnendienst, dass der Vorgang abgeschlossen ist?“

Er stutzt kurz, lacht dann und hebt erneut die Akte:

„Aber Frau Reckow, ich liebe Papier.“

Es ist ein ehrlicher, sympathischer Moment. Einer, der zeigt, wie sehr wir uns an Vertrautes gewöhnen. Und wie wenig wir manchmal hinterfragen, ob es noch passt.
Er denkt nach, dann sagt er:

„Okay, Ihre Botschaft ist angekommen. Es wäre wahrscheinlich sinnvoll, wenn ich die Information gleich im System buche.“

Der Prozess hat sich verändert

Mehr war nicht nötig. Keine Schulung, kein langer Workshop.
Nur ein kurzer Moment, eine Frage, ein Lächeln.
Was ist dadurch passiert?

  • Der Prozess wurde angepasst
  • Die Schnittstelle zum Vertriebsinnendienst wurde geschlossen
  • Zeit wurde eingespart
  • Und Akzeptanz für die Veränderung war da

Eine kleine Veränderung, die im Alltag Wirkung entfaltet. Oft genügt ein Gespräch auf Augenhöhe. Eine kluge Nachfrage. Ein Impuls zur richtigen Zeit. Veränderung beginnt dort, wo Menschen offen sind, Gewohntes zu hinterfragen.

 Ihre Jennifer Reckow
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Über diese Kolumne
In unserer Reihe „Aus dem Leben eines Beraters“ geben unsere Beratenden persönliche Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Sie schildern konkrete Situationen, Herausforderungen und Erfahrungen aus Projekten und zeigen, wie sie diese im Sinne unserer Kunden gemeistert haben.

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