Insourcing – die bessere Alternative?

22.06.2013

Sollen Prozesse einer Organisation optimiert werden, stellt sich zugleich oft die Frage, welche Einheiten man ausgliedern kann, um Kosten zu sparen und um neue Impulse zu bekommen. Auch lässt sich durch gegebene Spezialisierungen von den neusten Technologien und aktuellstem Wissen profitieren.

Doch sollte man nicht nur abwägen, wo Outsourcing sinnvoll ist, sondern auch welchen Nutzen das Insourcing dem Unternehmen bieten kann. In diesem Zusammenhang spricht man von Backsourcing, falls das Unternehmen den Prozeß bereits früher einmal im eigenen Haus geleistet hat und nun nach einem Outsourcing wieder zurückholt.

Während früher häufig die Verbesserung der Profitmarge durch den Wegfall einer Wertschöpfungsstufe im Mittelpunkt der Überlegungen stand, sind heute meist andere Argumente ausschlaggebend. So erhoffen sich Manager vom Insourcing oder Backsourcing häufig:

  • höhere Flexibilität
  • kürzere Reaktionsfähigkeit
  • bessere Qualität
  • einfachere Koordination und Kommunikation
  • Know-how bleibt im eigenen Haus

Demgegenüber stehen die offensichtlichen Nachteile

  • Höherer Managementaufwand
  • Kompetenzen müssen erst wieder neu aufgebaut/aufgefrischt werden
  • Ressourcen- und Investitionsbedarf

Das In-/Backsourcing wesentlicher Wertschöpfungsprozesse ist eine strategische Entscheidung, die im operativen Management meistens sehr weitreichende Veränderungen nach sich zieht und darum gut überlegt sein will und gut gemanagt werden muss.

Tatsächlich haben viele Unternehmen die Erfahrung gemacht, dass die theoretischen Kostenvorteile einer Produktion in Niedriglohnländern oftmals zunichte gemacht werden durch Probleme, die in mangelnder Lieferflexibilität und Qualität ihre Ursache haben. Dann macht ein Insourcing wieder Sinn. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der Stofftierhersteller Steiff, der einen Teil seiner Produktion erst nach China verlagerte, um sie gerade mal vier Jahre später wieder zurückzuholen.

Schon im normalen Tagesgeschäft ist die einfachere Koordination von Vorteil, doch bei unvorhergesehenen Ereignissen, z.B. kurzfristigen Termin- und Mengenschwankungen, kann sie entscheidend sein. Im Zeiten des Fachkräftemangels entschließen sich viele Firmen, spezielles Fachwissen wieder zurück in die eigene Firma zu holen, um so einen eigenen USP zu wahren. Mit diesem Bedarf an Fachwissen entsteht eine Attraktivität für High Potentials. Obendrein werden Arbeitsplätze gesichert, was sich positiv auf das Image auswirkt.

Ein modernes Unternehmen muss heutzutage vor allem in der Lage sein, flexibel auf jegliche Veränderungen zu reagieren. Wie sich zeigt, kann das In-/Backsourcing von bestimmten Prozessen diese Beweglichkeit und schnelle Anpassungsfähigkeit wieder in das Unternehmen zurückbringen. Aus diesem Grund sollte sich jeder Geschäftsführer über den aktuellen Status Quo seiner Firma Gedanken machen, welche Abläufe intern und welche extern am besten zu implementieren sind, um weiterhin als erfolgreiches Unternehmen agieren zu können.

Diesen Beitrag teilen: